Unser Museum steckt voll spannender Geschichten und diese wollen auch gerne gehört werden! Gerne laden wir S
ie zu einer kleinen Geschichte von und über das Museum Alte Textilfabrik ein:
Die Geschichte der Clara B. erzählt das Leben einer Kleinhäuslerin in Weitra und ihrer Arbeit in der ehemaligen Textilwarenfabrik k&k Hackl & Sohne.
Saal 1 Der Websaal
Saal 2 Vom Garn zum Gewebe

Textilsammlung Hackl & Söhne – CollectCastNÖ Folge 19

VON DER MÜHLE ZUR TEXTILFABRIK
Vor 100 Jahren ratterten in diesen Hallen Webstühle und Stickmaschinen des größten Weitraer Textilindustrieunternehmens. Damals fertigten bis zu 500 Arbeiter und Arbeiterinnen für die einstige Webwarenfabrik „Hackl & Söhne“ Tücher- und Kleiderstoffe, Teppiche, Möbel- und Dekorstoffe.
Die gewerbliche und industrielle Nutzung des Standortes an der Lainsitz, die als Antriebskraft fungierte, reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Zunächst standen hier herrschaftliche Mühle und Hammerwerk, von 1689 bis 1866 eine Papiermühle. Im Jahre 1867 nahm die Firma Hackl die Produktion von Webwaren auf. In den folgenden Jahrzehnten erreichte die Anlage – zusammen mit Teich, Park, landwirtschaftlichen Nutzbauten, Mühle und Säge ein für die frühe Industrialisierung typischer Herrenhaus-Fabrikskomplex – ihre größte Ausdehnung.
HEIMARBEIT
Textilarbeit war im Waldviertel des 19. Jahrhunderts keineswegs auf die Fabrik beschränkt. Obwohl die Fabriken mit mechanischem Antrieb ausgerüstet waren, wurden weite Teile der Produktion an Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen in Auftrag gegeben. Spulen oder Fransenknüpfen, Bortenaufnähen, Besticken und Einfassen waren solche Arbeiten, die Frauen außerhalb er Fabrik verrichteten. Auch Webarbeiten wurden – zusätzlich zur Produktion in der Fabrik – an Heimweber vergeben.
Arbeitsplatz der Heimarbeiter/innen war die Stube ihres kleinen Hauses. Dort standen der Webstuhl sowie Tisch und Betten für die ganze Familie. Der Faktor als Mittelsmann zwischen Heimarbeiter und Fabrik lieferte im Auftrag des Unternehmens das Rohmaterial, nahm die fertigen Waren entgegen und bezahlte den Lohn. Niedrige Löhne zwangen die Heimarbeiter zu überlanger Arbeitszeit. Und ohne das Stückchen Garten, in dem sie Erdäpfel, Kraut und Rüben ansetzten, hätten die Weberfamilien nicht existieren können.




